Anabel Jujol

Anabel Jujol wurde 1966 in Essen geboren, als Tochter holländischer und spanischer Einwanderer/Arbeiterfamilien. Die gelernte Werbekauffrau und Grafikerin studierte an der GHS Essen Kommunikationswissenschaften und machte sich 2000 als Dozentin und freischaffenden Grafikerin selbständig. 2010 beendete sie ihr Zweitstudium der freien Kunst als Meisterschülerin an der freien Akademie der bildenden Künste in Essen. In der Essener Nordstadt betreibt sie seit 2012 mit einer Künstlergruppe den Atelier-°©‐ und Projektraum KARO Kunst in der Kasteienstraße und veranstaltet dort kulturelle und politische Events. Seit Sept. 2013 leitet sie die Kunstwerkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung (Diakoniewerk Essen) und beschäftigt sich mit dem Thema Inklusion in der Kultur. Anabel Jujol ist verheiratet mit dem Theaterschauspieler Markus Rührer und hat einen 17 jährigen Sohn. Politisch aktiv wurde Anabel Jujol 2011 im Rahmen der Occupy-°©‐Bewegung. Als Aktivistin organisiert sie seitdem zahlreiche Protestkunstaktionen zu Kapitalismus-°©‐ und konsumkritischen Themen, Flüchtlingspolitik und Militarisierung. In der Essener Stadtpolitik wurde sie erstmalig im Rahmen des Bürgerbegehrens Kulturgut aktiv und kämpfte als Vertretungsberechtigte gegen die geplanten Kürzungen der Stadtregierung im Bereich kultureller Bildung. Über einen Bürgerentscheid wird in diesem Jahr das Verwaltungsgericht entscheiden. Persönliches Statement: „Als Künstlerin erlebe ich den Widerspruch zwischen selbstbestimmter Kreativität und dem Zwang zur „Selbstvermarktung" kritisch. Die Arbeit in der Kunstwerkstatt speziell Inklusionsprojekte sind dagegen eine sehr bereichernde Erfahrung. Jahrelange Gremienarbeit im Vorstand einer Essener Elterninitiative/Kindertagesstätte waren wichtige Erfahrungen in einer basisdemokratisch organisierten Einrichtung und prägten meine Vorstellung von gleichberechtigter Gestaltung und Entscheidung in der Gemeinschaft, ebenso wie die prägenden Eindrücke in der sozialen Bewegung. In vielen Diskussionen und als Autorin von politischen Texten lernte ich meine gesellschaftspolitischen Ideale zu formulieren und eine persönliche Haltung zu entwickeln. Ethik und Wertewandel sind zentrale Ausgangspunkte meines Engagements. Meine Ideale, nicht nur in persönliche Lebensführung, sondern in politische Forderungen und unmittelbar konstruktive Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen, aber auch meinen Protest und Widerstand auszudrücken, bestimmen mein Engagement. Ich möchte daran arbeiten, linke Politik mit soviel Partizipation wie möglich zu verbinden und das Thema "Demokratisierung" im Sinne von maximaler Mitbestimmung und Mitgestaltung der Kommune durch alle Bürger weiter und innovativ zu entwickeln. Im Rat möchte ich mich besonders dafür einsetzen, mit kreativen Ideen für erprobte sowie innovative, entscheidungsrelevante Bürger-.‐ Beteiligungskonzepte und Freiräume zu arbeiten, damit sich in Essen (immer) mehr Menschen gleichberechtigt auf Augenhöhe begegnen und die Kommune gemeinsam lebendig gestalten. Für mich ist die soziale Frage eng mit der ökologischen verbunden. Ich bin der Überzeugung, dass ein gesellschaftlicher Wandel, weg von Profitdenken und Ressourcenverschwendung, möglich ist, wenn mehr Menschen direkt verantwortlich sind. Dass Unternehmen, Beratungsfirmen, Lobbyverbände, Stiftungen, Einzelpersonen mit Vermögen und eine übermächtige Stadtverwaltung mehr Gestaltungsmacht beanspruchen, als der gewählte Stadtrat und seine Gremien, ist das schon eine Schieflage, die langfristig aufgehoben werden sollte. Stellt Euch vor es gibt Demokratie und alle gehen hin!"

Frage an die Kandidatin? Bitte benutzen Sie unser Kontaktformular!